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Leiden

Reden wir von “Leiden”, dann denken wir in der Regel an Schmerzen, Krankheiten, Trennungen, Verlust usw. Im Buddhismus meint “Leiden” jedoch mehr. “Leiden” ist ganz allgemein durch den Umstand gegeben, dass nichts in der Welt perfekt ist, dass nichts Schönes und Angenehmes auf Ewig bewahrt werden kann. Insoweit kann man das, was “Leiden” ausmacht, in moderner Sprache auch mit den Worten “Ungenügen” oder “Frustration” umschreiben.

Die meisten Menschen wollen dies und jenes besitzen, sich selbst bestätigt sehen, im Zentrum stehen, Macht ausüben usw. Der Mensch ist voll von Begehrlichkeiten, Sehnsüchten, Wünschen und Träumen. Doch selbst wenn wir alles erreichen, bleibt uns am Ende doch nichts, denn alles ist vergänglich und kann nicht auf Dauer festgehalten werden. Vor allem, wenn wir auf das Ende unseres Lebens schauen. Im Grunde eine banale Tatsache, die wir zumeist aber verdrängen und aus dem Bewusstsein ausschalten. Also greifen unsere Begehrlichkeiten und Sehnsüchte immer wieder nach neuen Objekten und lassen sich dennoch nie befriedigen. Ein Teufelskreis, aus dem herauszukommen nicht leicht fällt und der gerade unsere materialistische Einstellung so sehr beherrscht.

Buddha wollte aufzeigen, dass dieses “Leiden” – dieses stete Ungenügen und die dauernden Frustrationen – nur dadurch überwunden werden kann, wenn wir von all dem, was leidvolle (frustrierende) Erfahrungen mit sich bringt, Abstand wahren. Dann werden wir unser Leben von alleine ändern. Wir werden nicht mehr so hohe Ansprüch haben, und auch bereit sein, auf manches zu verzichten. Dabei geht es nicht um ein Leben in Armut und Weltabgeschiedenheit. Besitz, Wohlstand und all das, was Freude bereitet, ist nicht gleichbedeutend mit Leiden; Leid verursachend ist allein die unstillbare Gier und die damit verbundene Abwehr (Hass) gegen alles, was ihr entgegensteht. Buddha ermahnte, von allen Bindungen loszulassen und damit zur eigentlichen Freiheit vorzustoßen, die in einem Frei-sein von allen Verlockungen und äußeren Zwängen besteht.