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Karma

Dass eine Ursache eine Wirkung nach sich zieht, ist logisch. Wenn die Sonne verschwindet, wird es dunkel. Wenn es regnet, werde ich nass. Wenn mich jemand schlägt, tut es mir weh. Wenn mich jemand anlächelt, freue ich mich. Diesen Zusammenhang nennt man Karma bzw. kamma. Es passiert etwas – und das hat Folgen.

Wenn man den Karmagedanken darauf anwendet, dass wir nicht nur ein, sondern unendlich viele Leben haben, dann folgt daraus, dass wir in diesem Leben die Folgen davon erfahren, die wir in einem vorherigen Leben als Ursache in Gang gesetzt haben. Wir kommen keinesfalls als unbeschriebene Blätter zur Welt, sondern haben eine sehr lange Vorgeschichte. Wenn man darüber nachdenkt, muss man zu dem Schluss kommen, dass es auf Dauer nichts bringen kann, eine schlechte Handlung nach der anderen zu begehen. Denn diese Ursachen werden Folgen haben, und die werden nicht angenehm sein. Schlimme Krankheiten, früher, grausamer Tod, Einsamkeit, schlechte Freunde, Verrat, Armut sind Folgen von solchen unguten Taten.

Das bedeutet jetzt natürlich nicht, dass man zu einer Person, die einsam ist, sagen kann: selber schuld; dass du einsam bist, ist eine Folge von deinen schlechten Taten. So einfach gestrickt ist Karma nicht. Ganz viele verschiedene Ursachen wirken zusammen, heben sich auf, begünstigen sich, verstärken sich.] Und was noch viel wichtiger ist: Karma ist weder Lohn noch Strafe, sondern die im Grunde wertneutrale Konsequenz vorausgegangener Taten oder Bewusstseinszustände (negativ als Ignoranz; positiv als Einsicht oder Erkenntnis). Die durch das Anstoßen des Kopfes an einem Pfosten verursachte Beule ist ja auch keine Strafe, sondern die natürliche Folge einer Unbedachtheit. Karma bestraft nicht, sondern misst zu, weshalb wir nicht für unsere Taten belohnt oder bestraft, sondern durch sie geprägt werden.