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Alles ist miteinander verknüpft

Davon, dass die Dinge auf der Basis von Ursache und Wirkung zum Entstehen kommen, war schon in den Ausführungen zur Karma-Lehre die Rede. A ist die Ursache von B, und B ist die Wirkung von A. Der Buddhismus sieht die Sache allerdings noch etwas differenzierter, indem er nicht von isolierten Einzelursachen, sondern von einer Vielzahl wechselseitiger Faktoren ausgeht. Die Dinge stehen nicht eigentlich in ursächlicher (kausaler) Gesetzmäßigkeit zueinander, sondern in einem Verhältnis gegenseitiger Voraussetzungen und Beeinflussungen. Demnach ist Z nicht einfach durch Y verursacht, sondern vereinigt gleichzeitig auch alle Voraussetzungen von A bis Y in sich; ist von diesen abhängig oder bedingt.

Auf das konkrete Leben bezogen heißt das, dass ein bestimmtes “So-Sein” (Faktum) nicht einfach die Folge einer einzelnen Verursachung ist, dieses vielmehr mit weiteren – oft weit zurückliegenden – Verursachungen in einem inneren Zusammenhang steht. Am deutlichsten offenbart sich dies in seelischen Krisen, Beziehungskonflikten oder ganz allgemein in alles in Frage stellenden Lebenssituationen, wo bei genauerer Analyse nicht erkannte und nicht aufgearbeitete Defizite zutage treten, die diesen oder jenen Zustand begünstigen, ja geradezu herbeiführen.

Die Auffassung vom “Bedingten Entstehen” oder “Entstehen in Abhängigkeit” gehört zu den Kernlehren des Buddhismus. Sie erklärt die Interdependenz (gegenseitige Verflechtung und Verknüpfung) aller Vorgänge und allen Lebens, die ja auch dem Karma-Gedanken zugrunde liegt. Und sie verdeutlicht gleichzeitig, dass es keinen von anderen Dingen unabhängigen Wesenskern gibt und folglich auch nichts, was man als ein “Selbst” bezeichnen könnte.