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Zweifel


Jeder von uns kennt die Momente, in denen wir immer wieder an uns zweifeln. Bei dem einen ist es mehr, bei dem anderen weniger. Dennoch bleibt der Zweifel bei vielen von uns ein ständiger Begleiter. Sicherlich habt ihr bereits einige Situationen erlebt, in denen ihr an euch selbst gezweifelt habt. Nehmen wir als Beispiel ein zu haltendes Klassenreferat. Obwohl ich mich vorbereitet habe und den Inhalt meines Themas kenne, ist meine Aufregung vor der Klasse zu stehen so groß, dass ich plötzlich keinen Ton herausbekomme. Warum ist das so? Und was sagt unser Buddha dazu?

Wenn wir zweifeln, dann haben wir Bedenken, die uns nicht vorankommen lassen. Der Zweifel hindert uns sozusagen daran etwas zu tun, wozu wir doch eigentlich in der Lage wären, es aber nicht können, weil wir ausgerechnet dem Zweifel die falsche Aufmerksamkeit schenken. Der Zweifel ist demnach ein Hindernis, der eine wichtige Sache zur Nebensache erklärt. So wird bei dem Klassenreferat zu unserem Leid das eigentliche Thema beiseite-geschoben, um dem Selbstzweifel freie Bahn zu gewähren.

Dennoch unterscheidet Buddha zwischen zwei verschiedenen Arten des Zweifels. Denn Zweifel muss nicht immer schlecht sein. Zum Einen gibt es den lähmenden Zweifel, wie im Beispiel des Klassenreferats. Dieser Zweifel hemmt uns in unserem Fortschreiten und wirft immer wieder neue Bedenken auf, mit denen wir uns beschäftigen. Folglich werden wir unsicher und können uns nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren.

Daneben gibt es aber auch noch den Zweifel als eine Art kritische Haltung. Wäre es nicht schlimm alles zu glauben, was man uns sagt? Buddha appelliert dazu alles zu überprüfen und zu hinterfragen. Denn nur durch eine kritische Haltung ist es möglich z.B. festgefahrene Ansichten und Lebensgewohnheiten zu verändern.  So sucht die kritische Haltung nach der besten Lösung für ein Problem, wohingegen der Zweifel das Finden einer Antwort verhindert.

Was können wir nun tun, um vor der Klasse zu bestehen? Zunächst einmal müssen wir erkennen was uns genau hemmt, denn wenn wir den Ursprung unseres Leidens kennen, können wir die Grenzen besser überschreiten.  Das gilt nicht nur für unser Klassenreferat, sondern für alle anderen Probleme unseres täglichen Lebens. Buddha verglich solche Hindernisse mit Fesseln, die es zu lösen gilt. Lassen wir uns von unseren Zweifeln einnehmen, ziehen wir diese Fesseln immer fester zu. Arbeiten wir aber stetig an uns, lösen sie sich irgendwann und ermöglichen uns einen immer größeren Spielraum. Wenn ihr euch also den Ursprung eures Leids immer bewusst macht, seid ihr euer eigener Houdini, also ein Entfesselungskünstler!

Geschrieben von Lina S.

2 comments

1 Theresa { 05.14.11 at 12:14 }

Das ist ein wirklich guter Bericht! ich habe oft Zweifel, an mir, an dem was ich tue… Oft habe ich auch Zwiefel an der Meditationspraxis, ob das alles so richtig ist, wofür das ganze, ob es mir was bringt u.s.w.
Aber dann gibt es auch diese Momente das ist das alles klar für mich und ich weiß warum ich das tue. ich habe es sogar aufgeschrieben:
Ich lerne dadurch besser mit Gefühlen umzugehen,
erlange weise Einsichten über die Welt und mich,
Lerne mich manchmal selbst besser kennen,
Mir kommen interresante Gedanken über das leben, die Welt,
Werde entspannt und ruhig,
ICH BIN BEI MIR

Ich empfehle jeden so was wie ein kleines “buddhistisches Tagebuch” zu führen, wo ihr alles reinschreibt, was euch bewegt, worüber ihr nachdenkt, woran ihr Zweifel habt…
So könnt ihr besser zu Lösungen kommen und euch selbst ein kleienes bisschen besser kennen lernen. :)

2 patimokkha { 05.14.11 at 12:59 }

“Some of us start to practise, and even after a year or two, still don’t know what’s what.

We are still unsure of the practice.

When we’re still unsure, we don’t see that everything around us is purely Dhamma, and so we turn to teachings from the Ajahns.

But actually, when we know our own mind, when there is sati (awareness) to look closely at the mind, there is wisdome.”

Ajahn Chah

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